Politisches Tagebuch

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wmf | 19. August 2012

Neofeudalismus

statt Neoliberalismus? Die NZZ hat eine neue Beilage: den „Gentlemen’s Report“. Er wird sich, so das Editorial der ersten Nummer, den „nicht ganz so zentralen, aber umso kniffligeren Fragen der Lebensart“ widmen. Nicht ganz so zentral wie diejenigen, die Karriere und Vermögen betreffen. Aber immerhin. Was nun versteht der GR unter Lebensart? Was stellt die für Fragen? Und weshalb sind sie knifflig?

GR bietet nach eigener Aussage einen „stilsicheren Blick auf die Aspekte des kultivierten Lebensstils“. ‚Stil’ tritt in diesem kurzen Teilsatz … [weiter…]


hf | 6. August 2012

crimes de guerre

Nombreux sont les journaux qui évoquent à nouveau ces jours-ci les crimes de guerre, die Kriegsverbrechen. Diese werden nun nicht nur von der regierungstreuen Armee Assads begangen, sondern auch von den Rebellen, wie Beobachter vor Ort (Syrien) letztlich bestätigten.

Unterschwellig vermitteln die Begriffe Kriegsverbrechen oder crime de guerre die Idee, es gäbe auch einen Krieg ohne Verbrechen, es gäbe gar gute und böse Kriege-r, une guerre qui ne serait pas un crime en soi, einen gerechten Krieg sozusagen, im Sinne der Genfer … [weiter…]


sr. | 5. Juli 2012

Packen wir‘s mal philosophisch an:

Gott ist nichts anderes als der Tod. Das Wort Gott, der ganze Nacht- und Tagtraum eines Vaters im Himmel war immer schon nichts als ein fantastisch tröstlicher Euphemismus der Todestatsache. Und der Teufel ist der Verräter, der diese Wahrheit ausplaudert. Klar, die Vorstellung, dass es keinen Gott, sondern nur den Tod gibt, ist für viele die Hölle. Die Schlange, der Teufel, Judas, diese negative Aufklärerrolle, diesen Verräter hats in unseren Weltdeutungsmärchen drum immer zwingend gebraucht. Als ob die unerschrocken Klugen nicht sowieso von … [weiter…]


Mm. | 4. Juli 2012

›Zustimmung aus der Restschweiz‹

Als Beobachter des journalistischen Sprachgebrauchs liebe ich es, in Artikeln neue Wörter zu entdecken. So geschehen im Tages-Anzeiger vom 3. Juli 2012. In der Berichterstattung über den Fluglärm-Staatsvertrag befleissigt sich das Blatt, zwischen der Region Zürich und der ›Restschweiz‹ zu unterscheiden. Eine ganz neue Art, die Geographie des Landes zu betrachten. Die Restschweiz kommt in dem Artikel übrigens nicht ganz gut weg: Sie will den Unique Airport nutzen und damit Greater Zurich belasten, aber sie will nichts von dem entstehenden Lärm … [weiter…]


hf | 2. Juli 2012

Ohr oral

Ich begrüße die Überlegung des Kölner Amtsgerichts, die nicht gesundheitlich motivierte Penisbeschneidung eines Kindes infolge der Entscheidung Erwachsener, die meistens seine Eltern sind, als Eingriff in die körperliche Unversehrtheit zu betrachten.

Sie ist ebenso verurteilbar, wie die Beschneidung (Abschneidung) weiblicher Genitalien.

Trotz der unterschiedlichen Direkt- und Spätfolgen und trotz der Verschiedenheit der Motive, die Erwachsene dazu veranlassen, sozusagen diktatorial über den Körper des/der Anderen zu verfügen, ist all … [weiter…]


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Hinweis

Seite publiziert im Mai 2011.
 

Das Projekt ist im Frühjahr 2013 infolge fehlender Arbeitskapazität eingestellt worden.